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Dank an alle!

Danke!!!

 

Hiermit möchten wir uns bei allen Familienmitgliedern, Verwandten, Bekannten und Freunden Bedanken, die uns in der schweren Zeit beiseite gestanden haben.

Wir haben sehr viel Mut und Zuspruch bekommen und das hat uns unter anderem sehr geholfen!

 

Unser Dank gilt natürlich auch meiner Hebamme Corinna Gotthardt, die mir nach der Geburt zur Seite stand.

Auch bei der Rednerin Martina Haselbach möchten wir uns für die schöne Trauerrede bedanken.

Mein besonderer Dank geht auch an die Mitglieder von Baby-time.de. Alle haben viel Zuspruch verteilt!

Und hier noch eine kleine Auflistung der Personen, die uns ganz nah Beiseite standen:

Michaela Dreier

Michelle Crass

Sigrid Grabemann

Gertrud Jaeger

Günter Dreier

Krimhilde Dreier

Melanie Loibl

Anke Saltner

Ruth Bärhold

Franz-Josef Bärhold

Vanessa Schlienkamp

Michael Schlienkamp

Sabine Halfmann

Lisa und Laura Halfmann

Familie Klun

Kurt und Stella

Familie Andre Heer

Familie Merchel

Familie Felscher

Linda Trost

Ingrid und Silvia Ilgner

Familie Krebs

Familie Wagner

Familie Saltner

Familie Jürgen Claus

Familie Dietmar Klar

Familie Jörg Claus

Der Clan vom RTB

Data OPS (Versatel)

Die Trauerfeier

Trauerrede

12. August 2005 – geschrieben und gelesen von Martina Haselbach

 

Verehrte Trauergäste, liebe Frau Dreier, lieber Herr Dreier, liebe Angehörige,

Als Sprecherin des Human. Verbandes NRW bin ich heute hier, um mit Ihnen gemeinsam dem kleinen NICO zu gedenken.

Es weht der Wind ein Blatt vom Baum,
von vielen Blättern eines,
das eine Blatt, man merkt es kaum,
denn eines ist ja keines,
doch dieses eine Blatt allein
war ein Teil von unserem Leben,
drum wird dies eine Blatt allein
uns immer wieder fehlen.

Wir alle wissen: ein Kind ist ein Geschenk. Ein gesundes Kind ist erst recht ein Geschenk. Es ist ein Geschenk der Liebe und wir nehmen es stets dankbar an. Was aber geschieht mit uns, wenn wir dieses Geschenk gar nicht annehmen durften? Wenn es uns zwar kurz präsent war, jedoch wieder entrissen wird, noch ehe es die Welt erfahren durfte???? Es ist ein unermesslicher Schmerz, eine grausame Konfrontation mit dem Tod, der ja auch zum Leben gehört. Er gehört zum Leben, auch zu einem, das nur im Verborgenen geblüht hat – bei der Mutter. Wir sind überzeugt, dass es NICO in diesen Monaten seines jungen, geschützten Daseins sehr gut ging bei ihr. Und der lieben Mutter Melanie ging es auch stets gut.

Der 8. August sollte der jungen Familie Dreier zum Schicksalstag werden. Zuvor waren sie frohen Mutes, sehr aufgeregt zusammen in die Klinik gefahren.

Wer konnte denn ahnen, dass das Schicksal seinen Lauf nehmen würde in tragischster Weise? Eine junge Mutter fiebert immer dem Ende der Schwangerschaft entgegen. Die Geburt stellt eine Erlösung dar… Aber – für den kleinen Nico waren die letzten Minuten seines neunmonatigen Lebens im Mutterleib beendet…

Um hiermit weiterleben zu können, dürfen Sie nun den Tod nicht verachten, sondern gewiss sein, dass die Natur es so gewollt hat…

Melanie und Oliver Dreier ist das Schlimmste passiert, was Eltern geschehen kann: sie haben ihr geliebtes Kinder verloren… Ein Kind der Liebe, ein Stern, der das Licht der Welt nicht erleben durfte… Da taucht die Frage auf nach dem Warum? wie es bei allen Trauernden geschieht. Doch hier, in diesem besonderen Fall einer Verkettung unglücklicher Umstände, denen sogar die Ärzte machtlos gegenüberstanden und dem auch sie sich beugen mussten, finden wir zwar gleichwohl keine Antwort auf diese Frage, aber wir haben eine Hoffnung. In uns ist die Hoffnung, ja die Gewissheit, dass zwei so starke junge Menschen wie Melanie und Oliver, die diesen Eindruck nach außen auch mit vermittelten, es gemeinsam schaffen könne, diesen schweren Schicksalsschlag zu meistern. Denn sie sind selbst wieder voller Hoffnung auf ein Fortbestehen ihres normalen Alltags – auch und vor allem dem kleinen Robin zuliebe.
Gerade für ihn sind sie stark und präsent, und ohne es zu wissen, hilft der 3-jährige den Eltern damit ungemein.

Kinder, denen ein Leben auf dieser Welt nicht vergönnt war, haben in unserem Herzen einen ganz besonderen Platz. Unbeschreiblich sind und bleiben die Gefühle einer Mutter, die ein Kind viele Monate unter ihrem Herzen getragen hat. Trauer ist immer ein starkes Gefühl – doch der Verlust eines geliebten Kindes ist mehr als das… Erwachsenen Kinder mögen ihre Eltern verlieren, Eheleute ihre Partner, nichts gleicht diesem schweren Schlag, den es nun zu verarbeiten gilt.

Liebe Frau Dreier, lieber Herr Dreier, Sie sind mit Robin ja nicht allein mit ihrer Trauer. Mit Hilfe der Familie, Angehörigen und Freunde wird es Ihnen hoffentlich mit der Zeit gelingen, den tief sitzenden Schmerz in eine erträgliche Trauer zu verwandeln. Sie werden NICO immer bei sich haben als zweites Kind, als Bruder von Robin und – sie werden ihn natürlich niemals vergessen.
Das sollen Sie auch gar nicht, denn NICO hat zwar nicht das Licht der Welt erblickt, aber er hat g e l e b t und zwar viele viele Wochen und Monate bei seiner Mutter.

Die Gedanken und Gefühle gelten daher heute besonders Melanie Dreier, aber wir schließen Oliver und Robin mit ein in unsere besten Wünsche für ganz viel Kraft in der kommenden Zeit… Gerade der nahende Herbst macht es nicht leicht, denn der Herbst ist auch ein Abschied, ein Lebewohl an die letzten wärmenden Sonnenstrahlen und er ist eine Sehnsucht auf einen neuen Sommer…

So werden Sie, liebe Familie Dreier, im nächsten Jahr einen neuen Sommer erleben, und der 8. August soll nicht als Schreckenstag in ihrer Erinnerung bleiben. Sondern es soll der Geburtstag von NICO sein und bleiben, ein Tag, an dem sie künftig seine letzte kleine Ruhestätte besuchen können und diesen Tag vielleicht auf besondere Weise in der Familie begehen können…

Ein Hauch von Leben, eines kleinen kurzen neunmonatigen Lebens ist zu ende. Dies ist ein seltener, ein besonders tragischer Weg des Todes.
Der kleine NICO wird seiner Familie in ewiger Erinnerung bleiben. Sehr groß sind die Gefühle, die die Eltern schon in den letzten Monaten ihm entgegenbrachten. Und sie haben sie ihm wenigstens einige Minuten lang zuteil werden lassen können, als er da war… Ein großer Trost für alle…

NICO ist jetzt in einem kleinen Traumland, in dem es nur Ruhe und Frieden gibt…
Nehmen wir heute Abschied in der Gewissheit, dass es ihm dort gut geht und an nichts fehlt…

Mögen Sie alle in der Familie, besonders die Eltern mit Robin die Kraft finden, NICO in seinen Träumen zu begleiten, an ihn in liebevoller Erinnerung zu denken, ihn in Gedanken zu liebkosen und zu streicheln, so wie wir es gern mit ihm als Baby getan hätten.

Lassen Sie uns den kleinen NICO nun in unsere Mitte nehmen, ihn beschützen und behüten auf seinem letzten Weg heraus aus einem kurzen, glücklichen Leben, das voller Wärme und Liebe war…

Die Geburt

Montag, 08. August 2005

Nico durfte nicht bei uns bleiben…

 

Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll… Wir sind so voller Trauer!
Aber darüber zu reden und zu schreiben tut gut!

Ich hatte gestern Abend ab 22.38 Uhr Wehen im Abstand von ca. 10 Min. Wehen und bin gegen 1 Uhr ins Bett gegangen!
Wir waren allerdings so aufgeregt (vor allem Oliver), dass wir nach einer halben Stunden wieder aufgestanden sind und zum Krankenhaus gefahren sind. Schließlich mussten wir Robin ja noch zu Schwiegereltern bringen. Gesagt – getan!

Um ca. 2.15 Uhr im Krankenhaus angekommen erstmal ans CTG. Die Wehen wurden auch schon immer schlimmer. Das Suchen der Herztöne hat länger gedauert, wie beim letzten CTG beim Arzt!
Nach 10 Minuten hatte die Hebamme auch keine Lust mehr zu suchen und wir machten Ultraschall! Es war lange und es ging viel Gel dabei drauf… Und dann kam die Nachricht von Ärztin und Hebamme: ‚Wir können keine Herzaktivitäten, Kindsbewegungen oder Blutfluss sehen!‘

Totenstille – Ich habe gedacht, die machen einen Witz, aber mit so was scherzt man nicht!

Doch, es war wahr! Nico ist tot! Die Wehen wurden immer schlimmer!
Wieso hab ich Wehen, wenn das Kind nicht mehr lebt????????

Die Ärztin teilte mir mit, dass ich das Baby trotzdem auf spontanem Wege auf die Welt bringen musste, weil ich ja schon Wehen hatte!
Ich wollte nicht!!!!! Ich wollte einen Kaiserschnitt! Wofür die ganze Arbeit???

‚Wollen Sie ihr Baby sehen?‘ fragte die Hebamme, doch ich wusste gar nicht mehr, was ich wollte…

Es war mittlerweile 3 Uhr und Oliver und ich waren mit den Nerven am Ende!

Ich konnte dann erstmal auf ein Zimmer und meine Tasche auspacken, doch nach einer viertel Stunde waren die Wehen so schlimm, dass wir wieder zum Kreißsaal gingen.
Nach nicht ganz 2 Stunden, einigen Wehen und 3 Presswehen war Nico da – um 4.47 Uhr! Er sah aus wie Robin… Das gleiche Gesicht, blonde Haare, lange Finger…

2960g, 52cm und 33cm KU!

Kein Schreien, keine Bewegungen! WARUM??? WARUM???

Nico hatte die Nabelschnur 2 Mal um den Hals gewickelt, um den Bauch und um ein Bein – das war der Grund des Todes, und der konnte nur 2-3 Tage zurückliegen. Und keiner konnte es vorher wissen – das ist das Schlimmste! Die Nabelschnur kann man im Ultraschall nicht erkennen…

Gedanken über Gedanken!

Sie werden Nico jetzt anziehen und in ein Bettchen legen, dann können wir ihn noch mal sehen!

Wir gingen aufs Zimmer und waren völlig abwesend! Warum wir – warum???

An der frischen Luft eine rauchen und unsere Eltern anrufen – das taten wir dann!

Zurück am Zimmer wurde uns Nico gebracht und wir nahmen ihn mit! Oliver nahm ihn auf den Arm. Ich wollte auch so gerne, aber ich konnte nicht! Ich hoffte immer noch, dass er gleich aus seinem Schlaf aufwachte und vor lauter Hunger anfing zu schreien – ABER ES PASSIERTE NICHTS!!!

Er war kalt und ohne Leben! So ein Erlebnis wünsche ich meinem stärksten Feind nicht! Es ist das Schlimmste, was einem passierten kann!

Wir bekamen von der Krankenschwester noch eine Kerze und  Unterlagen zu Beerdigung und Selbsthilfegruppen und die Frage, ob eine Obduktion gemacht werden soll. Wir verneinten, weil der Grund des Todes ziemlich eindeutig war.

Gegen 8 Uhr holte Oliver seine Eltern und Robin ab, damit sie Nico noch mal sehen konnten, das war uns auch für Robin wichtig!

Ich konnte mich in der Zeit ein wenig hinlegen, doch mit schlafen war trotz der großen Müdigkeit nicht viel.

Um ca. 10 Uhr waren Schwiegereltern, Schwägerin und Robin da! Es war schwer, sehr schwer! Wir haben Robin sein Brüderchen gezeigt! Nur ob er es verstanden hat, wissen wir nicht, aber er hat Nico auf jeden Fall einmal gesehen! Er guckte sich Nico ganz genau an!

Wir sind froh, Robin zu haben! Er gibt uns Kraft zum Leben! Es muss weitergehen und mit ihm sind wir ein wenig abgelenkt und der Alltag kann wieder einkehren – das ist wohl das Beste. Es hört sich hart an, aber Robin soll unter unserer Trauer ja nicht leiden. Er wird Morgen wieder in den Kindergarten gehen und das Leben geht weiter!

Gegen Mittag konnte ich wieder nach Hause. Ich hatte keinen Grund, noch im Krankenhaus zu bleiben! Ich packte meine Tasche, Nico wurde von der Hebamme wieder abgeholt und wir fuhren nach Hause – voller TRAUER! Ohne Baby im Arm!

Es wird eine schwierige Zeit… Trauer, Gedanken über Gedanken und die Beerdigung!

Zu Hause angekommen, kam meine Mutter noch vorbei! Es tut gut, über alles zu reden, auch wenn es sehr sehr schwer fällt.

Ich denke, dass es gut ist, darüber zu reden/zu schreiben, um alles zu verarbeiten! Und Oliver und ich haben auch schon über ein drittes Kind gesprochen. Es ist jetzt natürlich noch zu früh, aber wir wollen auf jeden Fall ein zweites Kind und das Leben muss ja auch weitergehen!

Es ist Gott sei Dank auch nicht so schlimm, ins fertig eingerichtete Kinderzimmer (wir haben zwei) zu gehen, weil es ja auch noch nicht bewohnt war. Ich glaube, das Ganze wäre noch schlimmer gewesen, wenn Nico noch gelebt hätte und wir womöglich mit ihm schon zu Hause gewesen wären…